Fernunterricht ist nicht digitale Transformation

Die ersten Erkenntnisse aus der Corona-Krise zeigen, dass an den Schulen gut reagiert und Vieles richtig gemacht wurde. Der Fernunterricht hat seine Aufgabe als Notmassnahme gut erfüllt. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit ihm allein der Unterricht nicht digital transformiert wird. Die digitale Transformation in der Bildung gestattet keinen technisch improvisierten, sondern verlangt einen ganzheitlichen, von der Pädagogik geleiteten Ansatz. Diesen verfolgt die ITBildungsoffensive, die 2019 gestartet wurde und bis 2027 dauert. Seit kurzem sind alle Projektaufträge der Offensive verabschiedet und ihre Umsetzung beginnt. 

Die Analysen haben gezeigt, dass im Lockdown die digitale Anwendungskompetenz der Lehrpersonen ruckartig gewachsen ist. Die Lehrpersonen haben es auf ihre Art verstanden, den vorbereiteten Unterricht statt im Schulzimmer aus der Ferne online an die
Schülerinnen und Schüler sowie die Studierenden weiterzugeben. Das verdient Respekt und Dank. Live-Stream allein schöpft aber das Potential eines Unterrichts mit digitalen Mitteln nicht aus.

Den Menschen in den Vordergrund rücken

Digital transformierter Unterricht rückt nicht die Technik als Werkzeug, sondern den Menschen als deren Nutzer in den Vordergrund. Darauf zielt mit dem Projekt «Kompetenzzentrum Digitalisierung und Bildung» an der Pädagogischen Hochschule St.Gallen (PHSG) auch ein wichtiges Projekt der IT-Bildungsoffensive ab. In diesem Projekt wird etwa danach gefragt, wie in der digitalen Welt Schulunterricht sinnvoll und mit Mehrwert erteilt wird, wo digitale Instrumente eingesetzt werden sollen und wo nicht und wie die Lehrpersonen aus- und weiterzubilden sind.

Lehren aus Corona-Krise ziehen

Die IT-Bildungsoffensive besteht aus sechs grossen Projekten. Neben dem pädagogischen Projekt an der PHSG bestehen Projekte zur Förderung der Fachkräfteausbildung und zur Vernetzung von Bildung und Wirtschaft. Alle Leadorganisationen dieser Projekte haben während der Corona-Krise Analysen getätigt und «Lessons learned» festgehalten. Sie haben erkannt, dass einzelner Handlungsbedarf
nicht mehr, mancher dagegen akzentuiert besteht. Die Leadorganisationen tragen dem bei der Umsetzung der Projekte flexibel Rechnung.

Alle sechs Projektaufträge unter Dach

Bereits im Herbst 2019 hat die Regierung die drei Projektaufträge der ITBildungsoffensive für das «Kompetenzzentrum Digitalisierung & Bildung» an der PHSG, für die «Vernetzung von Bildung & Wirtschaft» durch «IT-rockt!» und für die «School of Computer Science» an der Universität St.Gallen genehmigt. Anfangs 2020 folgte dann der vierte Projektauftrag für die Berufsbildung, welcher durch das Amt für Berufsbildung in Zusammenarbeit mit Branchenverbänden und dem Bund verantwortet wird. Nun hat die Regierung die beiden Projektaufträge für das «Kompetenzzentrum Angewandte Digitalisierung» an der OST – Ostschweizer Fachhochschule sowie für den
«Erfahrungsraum für Kreativität, Technologie und Zukunftskompetenzen» bei Smartfeld, dem Innovationsnetzwerk von Startfeld, erteilt. Damit sind alle Projektaufträge der ITBildungsoffensive erlassen und zur Umsetzung bereit.

Eile mit Weile

Bildungsentwicklung benötigt Zeit, weil neue Angebote sorgfältig geplant und frühzeitig ausgeschrieben werden müssen. Das gilt auch in der Dynamik der digitalen Transformation. Mit den erteilten Projektaufträgen tritt die IT-Bildungsoffensive von der Konzept- in die Wirkungsphase. Erstes sichtbares Ausrufezeichen der Offensive ist im Herbst die Eröffnung der «School of Computer Science» an der Universität St.Gallen, die den Start des neuen HSG-Masterstudiengangs in Informatik für den Herbst 2021 vorbereitet.

Ebenfalls noch für 2020 geplant ist die Gründung eines interdisziplinären Kompetenzzentrums für Anwendungen künstlicher Intelligenz in der Breite an der OST. Auf das Herbstsemester 2021/2022 werden die Studiengänge der OST in Informatik auch am Standort St.Gallen und in Wirtschaftsinformatik auch in Rapperswil ausgeschrieben. Breitenwirkung mit innovativen Lernbausteinen erzielt ab Schuljahr 2021/22 das Weiterbildungsprogramm «Digitale Kompetenz» für die Lehrpersonen der Volksschule, der Mittelschulen und der Berufsfachschulen. In den Folgejahren werden Vernetzungsprojekte mit der Wirtschaft und Modellschul-Projekte gestartet.

Hierbei handelt es sich um die Medienmitteilung des Bildungsdepartements des Kanton St.Gallen vom 4. Juni 2020.

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