Rund 200 Gäste an der Digital Conference Ostschweiz 2026

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Rund 200 Gäste haben am Dienstag im Einstein Congress in St.Gallen die Digital Conference Ostschweiz 2026 besucht. Unter dem Motto «Cybersecurity trifft KI – Risiko oder Chance?» diskutierten Fachleute die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf Sicherheit, Gesellschaft und Arbeitswelt.

Durch den Tag führte die Journalistin und Moderatorin Bigna Silberschmidt. Sie begleitete Referenten und Gäste durch ein Programm, das technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven auf künstliche Intelligenz und Cybersicherheit verband.

Anna-Lena Horlemann, Professorin für theoretische Informatik und Mathematik an der Universität St.Gallen, zeigte, dass KI sowohl von Angreifern als auch von Verteidigern eingesetzt werden kann. «KI verändert nicht die Spielregeln der Cybersecurity. Sie erhöht das Tempo des Spiels. Wer nicht mitzieht, verliert den Anschluss.»

Wirtschaftspsychologin Jill Wick rückte den Faktor Mensch ins Zentrum. KI beschleunigt Social Engineering und erleichtert es, Angriffe zu personalisieren. Gleichzeitig wird es schwieriger, künstlich erzeugte Inhalte zu erkennen. «Wir sollten uns nicht zu sehr auf unser Bauchgefühl verlassen», sagte Wick.

Regierungsrat Beat Tinner gab Einblick in den Umgang des Kantons St.Gallen mit künstlicher Intelligenz. Der Kanton habe Nutzen und Risiken untersucht und wolle Voraussetzungen für einen verantwortungsvollen Einsatz schaffen. Verantwortung dürfe dabei nicht an Maschinen delegiert werden. «Es überwiegen die Chancen, aber nur, wenn wir aufmerksam bleiben.»

In fünf parallelen Breakout-Sessions vertieften die Teilnehmer anschliessend die Themen der Conference. Im Fokus standen Cyber Resilience, Vibe Coding und Compliance, datenbasiertes Arbeiten mit KI, Prompt Injection sowie das Zusammenspiel von KI, Cybersicherheit und menschlichem Verhalten.

Henriette Engbersen, Leiterin Public Value der SRG, widmete sich der Desinformation. Diese sei kein neues Phänomen, werde durch technologische Veränderungen aber immer wieder verstärkt. «Jede neue technologische Revolution bringt auch eine Welle an Desinformation mit sich.» Besonders soziale Medien hätten die Verbreitung grundlegend verändert.

Christian Naef gewinnt Community-Voting

Im Rahmen der Conference wurde auch der Digital Shaper Ostschweiz 2026 gekürt. Aus mehr als 50 nominierten Persönlichkeiten und Teams hatte die Community zunächst zehn Finalisten gewählt. In der zweiten Publikumsabstimmung setzte sich Christian Naef, CEO und Co-Gründer des Wiler Start-ups RY3T, durch.

Mit dem RY3T ONE verbindet das Unternehmen Rechenleistung und Wärme: Die beim Bitcoin-Mining entstehende Abwärme wird zum Heizen genutzt. «Es ist eine grosse Ehre. Ich habe die Konkurrenz gesehen und nicht gedacht, dass ich es werde», sagte Naef nach der Wahl.

Zum Abschluss sprach Philosoph und Publizist Richard David Precht über die gesellschaftlichen Folgen künstlicher Intelligenz. Die Arbeitswelt sei auf die Veränderungen noch nicht ausreichend vorbereitet. Zugleich müsse die Fähigkeit gestärkt werden, Informationen selbstständig einzuordnen. «Wir leben in einer Gesellschaft totaler Information, aber wir sind zu wenig geschult auf Urteilskraft.»

Die Digital Conference Ostschweiz wird gemeinsam von <IT>rockt!, LEADER und east#digital veranstaltet.

Für Rückfragen:
Natal Schnetzer
MetroComm AG
071 272 80 50

Text: Patrick Stämpfli, Metrocomm
Bilder: Marlies Beeler-Thurnheer, Rebekka Grossglauser